Familienrat

Familienratsbüro Altona
Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner RUN Jugendhilfe gGmbH betreiben wir seit Juni 2016 das Familienratsbüro Altona in der Region 1 und seit August 2017 das Familienratsbüro Altona in der Region 2.

Das Projekt läuft im Rahmen der Sozialräumlichen Hilfen und Angebote und dient als Anlauf-, Beratungs- und Koordinierungsstelle für Familienräte im Bezirk Altona. Anfragen von Familien und/oder anderen Institutionen zum Familienrat werden angenommen und bearbeitet und sofern es gewünscht wird, Familienräte koordiniert und umgesetzt.

Das Familienratsbüro wird von zertifizierten Familienratskoordinator*innen geleitet. Ihre Aufgabe ist es, das Verfahren Familienrat in den Sozialräumen bekannt zu machen, Anfragen für Familienräte anzunehmen und zu verwalten, über die Inhalte des Verfahrens zu informieren und Bürgerkoordinator*innen auszubilden und anzuleiten, welche gemeinsam mit den Familien die Familienräte umsetzen.

Wer kann einen Familienrat anfragen?
Grundsätzlich kann jede Familie, jede Person und jede Institution aus dem Bezirk Altona Anfragen für Familienräte an das Familienratsbüro Altona stellen.

Ein Familienrat kann direkt durch die Familie oder ein Familienmitglied angeschoben werden, aber auch durch das Jugendamt oder eine andere soziale Einrichtung vorgeschlagen werden.

Der Familienrat ist ein Verfahren, bei dem es unabdingbar ist, dass er  freiwillig wahrgenommen wird.

Wo befinden sich die Familienratsbüros und wer sind die Ansprechpartner*innen?
Das Familienratsbüro für die Region 1 befindet sich in der Struenseestraße 30, 22767 Hamburg.

Das Familienratsbüro für die Region 2  finden Sie im Kroonhorst 117, 22549 Hamburg.

Ihre Ansprechpartner*innen sind Tim Arndt, Hasan Toptik und Aislinn Köppe.

 

Was genau ist ein Familienrat und wie funktioniert er?
„Frag die Familie“ – Der Familienrat dient als Verfahren zur eigenständigen Problembewältigung innerhalb der Familie und wird durch ausgebildete Fachkräfte (Familienratskoordinator*innen, Bürgerkoordinator*innen) begleitet.

Die Idee des Familienrats stammt ursprünglich aus Neuseeland und beruft sich auf die innere Stärke einer jeden Familie, um auftretende Probleme und Sorgen gemeinsam zu meistern. Nichtsdestotrotz kommt es häufig zu Spannungen und Konflikten innerhalb der Familie oder zwischen Familienmitgliedern, die nicht mehr oder nur noch sehr schwierig selbstständig bewältigt werden können.

Bevor der letzte Ausweg Maßnahmen und Regulierungen durch Ämter und Behörden sind, wird auf den Versuch vertraut, die Familien reden zu lassen und sie dadurch eigenständig Lösungen zur Problembewältigung finden zu lassen. Dieses Verfahren geschieht aber nicht spontan und aus dem freien Bauch heraus, sondern wird durch ausgebildete Koordinator*innen koordiniert, begleitet und unterstützt.

Diese Verfahren soll bezwecken, dass die betroffene Familie die Möglichkeit erhält, ihre persönlichen Schwierigkeiten angeleitet, aber dennoch selbstständig aufzuarbeiten und diese Probleme unter Beteiligung (möglichst) aller wichtigen Bezugspersonen zu formulieren und Lösungsstrategien zu entwickeln.

Der Weg zu einer adäquaten Lösung führt durch die verschiedenen Phasen des Familienrats:

  • Vorbereitungsphase: Aktiv werden! Das Familienratsbüro wird kontaktiert und nach einem ersten Info-Gespräch kann ein Familienrat beginnen. Die Sorge/das Problem wird formuliert, Teilnehmer*innen für den Familienrat benannt und eingeladen, ein Zeitpunkt und ein Ort für den Familienrat festgelegt.
  • Informationsphase:  Der erste Teil des Familienrats, bei dem sich alle Teilnehmer*innen kennenlernen und die Sorge/das Problem vorgestellt wird. Hier sind Koordinator*innen und Expert*innen anwesend.
  • Exklusive Familienzeit: Der zweite Teil des Familienrats. Ausarbeitung eines gemeinsamen Plans zur Lösung der Problematik im Rahmen der Familie. Koordinator*innen und Expert*innen sind nicht mehr anwesend.
  • Konkretisierungs-, Entscheidungsphase:  Der dritte Teil des Familienrats. Allen Beteiligten wird der Plan vorgestellt. Absprachen werden getroffen und konkret festgehalten. Koordinator*innen sind wieder mit anwesend, Expert*innen können wieder mit anwesend sein. Es wird das Datum für einen Folgerat festgelegt.
  • Folgerat: Nach einer vereinbarten Zeit treffen sich alle Beteiligten wieder, um den ausgehandelten Plan auf seine Tauglichkeit zu überprüfen und ggf. Änderungen vorzunehmen.

Was genau machen die Koordinator*innen?
Familienratskoordinator*innen und Bürgerkoordinator*innen sind ausgebildete und zertifizierte Fachkräfte, die im Familienratsbüro tätig sind. Die Familienrats-koordinator*innen verwalten und organisieren die Abläufe im Familienratsbüro.

Die Bürgerkoordinator*innen koordinieren im Auftrag des Familienratsbüros Familienräte. Das heißt, sie begleiten und unterstützen die Familien dabei, dass ihr Familienrat erfolgreich umgesetzt werden kann und helfen dort aus, wo sich Unsicherheiten und Uneinigkeiten ergeben. Sie bewahren eine neutrale und allparteiliche Haltung, die den Familien dabei helfen soll an einen Tisch zu kommen, um die Problemen und Sorgen gemeinsam, fair und wertschätzend aufzuarbeiten und einen eigenen Hilfeplan zu formulieren. Die Bürgerkoordinator*innen sind somit die „Hüter*innen des Verfahrens“ und behalten im Blick, dass alle Beteiligten sich im Familienrat wiederfinden. Außerdem behalten die Bürgerkoordinator*innen die Übersicht über die einzelnen Abläufe und erstellen die Dokumentation über den Familienrat, sie geben in keiner Weise Lösungen vor.