Bericht aus dem Ganztagskurs „Baui XXL“

Jeden Montag donnert es aus zwanzig Kehlen um kurz nach drei über den Brunnenhof: „Tschüss Bauiii!“ Eine letzte Energieleistung auf dem Bauspielplatz bevor wir uns gemeinsam mit dem Kurs  auf den  Weg zurück zur Louise Schröder Schule machen. Doch was wird in den gut zweieinhalb Stunden zuvor überhaupt erlebt?

Zunächst treffen wir uns um 12:30 Uhr auf dem Schulhof der Louise Schroeder Schule mit den Teilnehmer*innen des Kurses. Allesamt Kinder aus den Klassen 2 bis 4, die sich bei der Kurswahl dazu entschieden haben, den Bauspielplatz im „extra langen Format“ zu besuchen. Das bedeutet, dass den Kindern nicht wie üblich 90 Minuten Kurszeit zur Verfügung stehen, sondern ganze drei Stunden. Zu Mittag wird also nicht wie gewöhnlich während der Mittagsfreizeit in der schuleigenen Mensa gegessen, sondern auf dem Baui. Dies ist in der Regel das erste, was dort ansteht: Das gemeinsame Essen.

Danach haben die Kinder die Möglichkeit, ihre Zeit nach eigenem Belieben zu gestalten. Zu tun gibt es reichlich. Zum Beispiel das heiß geliebte und faszinierende Element Feuer: Sich einfach vom Spiel der Flammen und der Glut verzaubern lassen und auf diese schließlich einen schweren Topf stellen. Maiskörner rein, Popcorn entsteht. Wem mehr nach Bewegung und austoben ist, leiht sich ein Fahrrad oder Roller aus und düst damit über den Hof. Wer keinen fahrbaren Untersatz möchte, kann sich auf dem weiträumigen Gelände austoben. Der verwinkelte Spielplatz bietet sich prima zum verstecken spielen, „Migrone“, Ticken, Fangen, auf die Bauten klettern usw. an. Das Besondere am Baui ist, dass er sich fortlaufend verändert bzw. weiterentwickelt. Dies ist zum einen auf das Engagement der Mitarbeiter des Bauis zurückzuführen, zum anderen bietet der Ort genau dieses Potenzial für die kleinen Besucher: Dinge entstehen zu lassen und sich dabei im Umgang mit den verschiedensten Werkzeugen und den unterschiedlichsten Materialien auszuprobieren. Anreize zum aktiv und erfinderisch werden sind durch die offene, erlebnisermöglichende Struktur gegeben.

Neben den eigens gestalteten Abenteuern werden von Zeit zu Zeit auch (Kunst)-handwerkliche Angebote durch die Mitarbeiter*innen des Bauspielplatzes angeboten. So können die Teilnehmer*innen beispielsweise ihrer Kreativität beim Töpfern, bei der Bildhauerei oder aber auch beim Schmieden kleiner Kunstwerke freien Lauf lassen.

Ein Highlight in der wärmeren Jahreszeit stellt das Kletterangebot dar. Hier bedarf es einigen Mutes – trotz Sicherung – Stück für Stück den sicheren Boden unter sich zu lassen und anhand der sogenannten „Prusiktechnik“ die sieben Meter hohe Plattform zu erklimmen. Um nach all dem Adrenalin ein wenig runterzukommen könnte man vielleicht eine Runde die Hühner auf dem Gelände füttern. Eine zwar weitaus weniger aufregende Tätigkeit – aber vielleicht gerade deshalb so passend!

Langeweile dürfte also bei der gebotenen Vielfalt an möglichen Aktivitäten kaum aufkommen.

Und somit freuen wir uns auf dem Weg zurück zur Schule bereits darauf, dass es nächste Woche um kurz nach drei wieder donnern wird.